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VanEck-Report: Bitcoin tritt in strukturelle Neugewichtung ein und baut Schwung für Aufschwung 2026 auf

Autor: Micah Zimmerman

Zusammengestellt von: AididiaoJP, Foresight News

Bitcoin erlebte im vierten Quartal 2025 erhebliche Volatilität. Insbesondere im Dezember fiel der Preis um fast 9 %, und die Volatilität stieg auf den höchsten Stand seit April 2025. VanEck stellte jedoch in seinem Mitte-Dezember veröffentlichten „ChainCheck“-Bericht fest, dass sich die Marktliquidität verbesserte und die spekulative Hebelwirkung offenbar zurückgesetzt wurde, was langfristigen Haltern Anlass zu vorsichtigem Optimismus gibt.

In ihrem Bericht zeichneten die Digital-Asset-Analysten von VanEck ein komplexes Bild: Trotz träger On-Chain-Aktivität bieten die sich verbessernde Liquiditätsumgebung und das allmähliche Abtragen spekulativer Hebel einen Hoffnungsschimmer für langfristige Investoren.

Der Bericht hob insbesondere die Verhaltensunterschiede zwischen verschiedenen Investorengruppen hervor. Digital Asset Treasury kaufte weiterhin bei Kursrücksetzern und fügte im Dezember 42.000 BTC hinzu, was den größten monatlichen Zuwachs seit Juli darstellt und die Gesamthaltung über die Marke von 1 Million BTC brachte.

Im Gegensatz dazu haben Anleger in börsengehandelten Bitcoin-Produkten ihre Bestände reduziert. Dies unterstreicht einen Wandel des Marktes von retailgetriebener Spekulation hin zur Akkumulation von Vermögenswerten auf Unternehmensebene.

VanEck-Analysten stellten außerdem fest, dass einige Digital-Asset-Treasury-Unternehmen neue Finanzierungsmethoden erkunden, wie etwa die Kapitalbeschaffung durch die Ausgabe von Vorzugsaktien anstelle von Stammaktien, um Bitcoin zu kaufen und den Betrieb aufrechtzuerhalten – was einen strategischeren, langfristigeren Ansatz widerspiegelt.

On-Chain-Daten zeigen auch eine Divergenz zwischen mittel- und langfristigen Haltern. Token, die 1 bis 5 Jahre gehalten wurden, wiesen erhebliche Schwankungen auf, möglicherweise aufgrund von Gewinnmitnahmen oder Positionsanpassungen; während Token, die länger als 5 Jahre gehalten wurden, weitgehend in einem „ruhenden“ Zustand verharrten.

VanEck interpretiert dies so: zyklische oder kurzfristige Teilnehmer verkaufen Vermögenswerte, während die erfahrensten Halter weiterhin Vertrauen in die Zukunft von Bitcoin haben.

Bitcoin-Miner stehen vor der Herausforderung sinkender Hashrate.

Miner hingegen sehen sich einer schwierigen Situation gegenüber. VanEck-Daten zeigen, dass die gesamte Netzwerk-Hashrate im Dezember um 4 % sank und damit den größten Rückgang seit April 2024 markierte. Dies ist auf Produktionskürzungen in Hoch-Hashrate-Regionen wie Xinjiang unter regulatorischem Druck zurückzuführen. Gleichzeitig sinken auch die Stromkosten für die Gewinnschwelle bei gängigen Mining-Rigs, was schrumpfende Gewinnspannen für Miner widerspiegelt.

VanEck weist jedoch darauf hin, dass ein Rückgang der Rechenleistung historisch betrachtet tatsächlich ein bullisches Gegenindikator sein könnte: In der Vergangenheit folgte auf jeden anhaltenden Rückgang der Rechenleistung oft ein Kursanstieg bei Bitcoin in den darauffolgenden 90 bis 180 Tagen.

VanEcks Analyse basiert auf seinem proprietären GEO-Framework, das die strukturelle Gesundheit von Bitcoin aus drei Dimensionen bewertet: globale Liquidität, Hebelwirkung im Ökosystem und On-Chain-Aktivität, anstatt sich ausschließlich auf kurzfristige Preisschwankungen zu konzentrieren.

Aus GEO-Perspektive haben verbesserte Liquidität und gestiegene Bestände von Digital-Asset-Treasury-Unternehmen schwache Signale wie stagnierendes Wachstum aktiver On-Chain-Adressen und sinkende Transaktionsgebühren teilweise ausgeglichen.

Makroökonomische Faktoren haben die Aussichten für Bitcoin zusätzlich verkompliziert. Der US-Dollar-Index ist auf ein fast dreimonatiges Tief gefallen, was die Preise für Edelmetalle in die Höhe trieb, aber Krypto-Assets wie Bitcoin bleiben weiterhin unter Druck.

Die Entwicklung des Finanzökosystems könnte jedoch neue Unterstützung bieten. Marktbeobachter haben den Aufstieg von „Börsen für alles“ bemerkt – Plattformen, die Aktien, Kryptowährungen und Prognosemärkte integrieren und KI-gesteuerte Handels- und Abwicklungssysteme einsetzen.

Erst letzte Woche startete Coinbase eine erweiterte Funktion ähnlich einer „Börse für alles“ und fügte Produkte wie Aktienhandel, Prognosemärkte und Futures hinzu. VanEck ist der Ansicht, dass der Zustrom verschiedener Institutionen – von traditionellen Brokerhäusern bis hin zu kryptonativen Unternehmen – in diese Arena, um Marktanteile zu erobern, langfristig die Liquidität und den Anwendungswert von Bitcoin steigern dürfte.

Die Bitcoin-Preisvolatilität bleibt erheblich.

Dennoch bleibt hohe Volatilität ein prägendes Merkmal von Bitcoin. Obwohl sich Bitcoin in den letzten zwei Jahren verdoppelt und in drei Jahren fast verdreifacht hat, sind die Markterwartungen aufgrund des Fehlens der extremen Höhenflüge und Abstürze früherer Zyklen rationaler geworden. Künftige Bitcoin-Preisbewegungen dürften stabiler ausfallen, und mittelfristige Anleger könnten geringeren zyklischen Schwankungen gegenüberstehen als den dramatischen Auf- und Abschwüngen der Vergangenheit.

VanEck fasste zusammen, dass sich der Gesamtmarkt derzeit in einer Anpassungsphase befindet: kurz- bis mittelfristige spekulative Aktivitäten haben nachgelassen, langfristige Halter halten ihre Positionen fest, und die institutionelle Akkumulation nimmt weiter zu. Zusammen mit der Verkleinerung des Minings, der konvergierenden Volatilität und makroökonomischen Dynamiken befindet sich der Markt derzeit in einer Phase struktureller Neugewichtung.

Mit dem Ausklang des Jahres 2025 glaubt VanEck, dass Bitcoin möglicherweise in eine Konsolidierungsphase eintritt, die einen reiferen Markt widerspiegelt. Diese Konsolidierungsphase könnte die Grundlage für eine kräftige Rallye im ersten Quartal des nächsten Jahres legen.