Der US-Repräsentantenhaus-Ausschuss befördert einen Gesetzesentwurf zur Einrichtung von „strategischen Bitcoin-Reserven“ als dauerhafter Mechanismus
Originalzusammenstellung: Jerry, ChainCatcher
Kernpunkte
Der ARMA-Gesetzesentwurf wird die „Strategische Bitcoin-Reserve“ von einer präsidialen Verordnung zu einem dauerhaften bundesgesetzlichen Programm ausbauen.
Die im Rahmen der Reserve gehaltenen staatlichen Bitcoin unterliegen grundsätzlich einer 20-jährigen Haltefrist, während der sie weder verkauft, getauscht, versteigert noch als Sicherheit genutzt werden dürfen.
Der Entwurf sieht eine öffentliche Proof-of-Reserve-Offenlegung, unabhängige Prüfungen sowie eine Untersuchung zur Erhöhung der Bitcoin-Bestände ohne Steuererhöhungen oder Haushaltsdefizitvergrößerung vor.
Welche Änderungen bringt der Entwurf?
Der Finanzausschuss des Repräsentantenhauses hat einen Entwurf befördert, der die von Präsident Trump eingerichtete „Strategische Bitcoin-Reserve“ in US-Bundesrecht verankern und damit zu einer dauerhaften institutionellen Regelung machen soll.
Am 16. September (Ostzeit) wurde der American Reserve Modernization Act of 2026 (ARMA, Gesetzesnummer H.R. 8957) im Ausschuss mit 28 Ja- und 21 Nein-Stimmen angenommen.

Der Entwurf verpflichtet die US-Regierung, durch straf- und zivilrechtliche Einziehung erlangte Bitcoin in die „Strategische Bitcoin-Reserve“ einzuzahlen, die vom Finanzministerium verwaltet wird, und schreibt vor, dass diese mindestens 20 Jahre gehalten werden müssen.
Der Entwurf ist jedoch noch kein Gesetz: Bevor er vom Präsidenten unterzeichnet werden kann, muss er noch vom gesamten Repräsentantenhaus und vom Senat gebilligt werden.
Trump hatte die „Strategische Bitcoin-Reserve“ im März 2025 per Verordnung eingerichtet und die Bundesbehörden angewiesen, beschlagnahmte Bitcoin nicht zu versteigern, sondern zu behalten.
Problematisch ist, dass Verordnungen von künftigen Präsidenten geändert oder aufgehoben werden können. ARMA hebt diese Regelung auf Gesetzesniveau, wodurch die Hürde für eine Aufhebung durch nachfolgende Regierungen deutlich steigt.
Schätzungen zufolge hält die US-Regierung derzeit über 300.000 BTC. Das Blockchain-Analyseunternehmen Arkham Intelligence beziffert diese Menge auf rund 324.527 BTC – bei aktuellem Kurs etwa 24,7 Mrd. USD.

Die genaue Zahl bleibt ungewiss, da die Regierung niemals ein einheitliches Ledger ihrer Bitcoin-Bestände veröffentlicht hat.
Für Bitcoin-Inhaber ist der entscheidende Teil des Gesetzesentwurfs die vorgeschlagene 20-jährige Haltefrist.
Gemäß dem Gesetzestext darf Bitcoin, das in die Strategische Bitcoin-Reserve eingezahlt wird, grundsätzlich während dieses Zeitraums weder verkauft, getauscht, versteigert noch als Sicherheit verwendet werden. Damit entfällt ein erheblicher Teil des staatlich gehaltenen Bitcoin für die nächsten 20 Jahre faktisch vom potenziellen Verkaufsdruck.
Der Entwurf weist außerdem das Finanzministerium und das Handelsministerium an, zu untersuchen, wie die Bitcoin-Bestände innerhalb der nächsten fünf Jahre erhöht werden können – ohne Steuern zu erhöhen, die Staatsverschuldung auszudehnen oder das Bundesdefizit zu steigern.
Der Entwurf stellt jedoch keine Mittel bereit, damit die Regierung direkt am Markt Bitcoin erwerben kann. Gleichzeitig verlangt das ARMA von Bundesbehörden Berichte über ihre Bestände oder Kontrolle digitaler Vermögenswerte.
Diese Gesetzgebung sieht die Einrichtung einer öffentlichen Proof-of-Reserve-Offenlegung und eines unabhängigen Prüfmechanismus vor, sodass die Öffentlichkeit besser nachvollziehen kann, wie viel Bitcoin die Regierung hält und ob sie die zugehörigen privaten Schlüssel besitzt.
Der Entwurf verpflichtet das Finanzministerium zur regelmäßigen öffentlichen Offenlegung bezüglich der Strategischen Bitcoin-Reserve der Bundesregierung und legt unterschiedliche Anforderungen für Quartals- und Jahresberichte fest:
Quartalsberichte sind vom Finanzminister zu erstellen und müssen den gesamten Bitcoin-Bestand der Reserve, Transaktionsaufzeichnungen im Berichtszeitraum sowie den Nachweis enthalten, dass die Regierung weiterhin die privaten Schlüssel des Vermögenswerts kontrolliert. Der Bericht muss zudem eine öffentliche kryptografische Bestätigung umfassen und auf der offiziellen Website des Finanzministeriums veröffentlicht werden.
Ein unabhängiges externes Prüfungsunternehmen mit Expertise im Bereich kryptografischer Nachweise wird zur Überprüfung der Richtigkeit und Vollständigkeit der Quartalsberichte bestellt; der Generalauditor überwacht Reserven, Berichte und Prüfungsarbeiten.
Zudem müssen der Finanzminister und der Handelsminister einen vorläufigen Forschungsbericht sowie jährliche Aktualisierungen dem Kongress vorlegen, um die Machbarkeit einer Erhöhung der Bitcoin-Bestände innerhalb der nächsten fünf Jahre einzuschätzen.
Die zugehörigen Berichte bewerten Risiken, Kosten und mögliche Vorteile einer Aufstockung der Bitcoin-Bestände sowie die Frage, ob Käufe haushaltsneutral erfolgen können. Die Berichte werden dem Bankenausschuss und dem Finanzausschuss des Senats sowie dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen und dem Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses vorgelegt.
Der Gesetzesinitiator Begich wies darauf hin, dass das aktuelle System zu fragmentiert sei.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass Bitcoin, das von der Bundesregierung gehalten wird, in einem fragmentierten und inkonsistenten Verwahrzustand untätig lagert“, erklärte Begich und betonte Bedenken hinsichtlich Cybersicherheit und Buchführung.
Der Entwurf unterscheidet Bitcoin von anderen digitalen Vermögenswerten.
Andere digitale Vermögenswerte, die durch staatliche Einziehung erworben wurden, gelangen grundsätzlich in einen separaten „Digital Asset Stockpile“ statt in die Strategische Bitcoin-Reserve. Das bedeutet, dass Ethereum und andere Token möglicherweise nicht denselben 20-jährigen Beschränkungen unterliegen wie Bitcoin.
Die Gesetzgebung enthält zudem Bestimmungen zum Schutz des privaten Bitcoin-Besitzes und der Selbstverwahrung und stellt ausdrücklich klar, dass dieses Gesetz keinerlei Befugnis zur Beschlagnahme oder Störung rechtmäßig gehaltenen privaten Bitcoin verleiht.
Befürworter glauben, dass dieser Entwurf einen klaren langfristigen institutionellen Rahmen für das bereits von der Regierung gehaltene Bitcoin schafft.


