Laut den DeepFlow TechFlow Nachrichten vom 24. Mai zeigen sich trotz weit verbreiteter Bedenken hinsichtlich einer durch den Krieg ausgelösten Inflation Anzeichen dafür, dass andere Faktoren ebenfalls die langfristigen Kreditkosten beeinflussen. In den USA hat die sogenannte ‚reale Rendite‘ nach Inflationsbereinigung einen bedeutenderen Einfluss, was darauf hindeutet, dass Anleiheinvestoren nicht nur über den durch den Iran-Konflikt verursachten Preisdruck besorgt sind. Weitere Treiber sind: die ohnehin schon enorme öffentliche Schuldenlast, die sich möglicherweise noch weiter ausweitet, die Auswirkungen des KI-Investitionsbooms und die zunehmende Wahrscheinlichkeit, dass Zentralbanken wie die Federal Reserve die Zinsen eher anheben als senken. Strategen der ING Group, Goldman Sachs und Barclays betonen eine verbreitete Spekulation: Ein Teil des jüngsten Anstiegs der langfristigen Renditen könnte sich möglicherweise nicht vollständig umkehren, selbst wenn die durch Ölpreisanstiege angeheizte Inflation nachlässt. Dies bedeutet, dass selbst nach Beendigung des Konflikts die Marktkreditkosten in der Nähe von Mehrjahreshochs bleiben könnten, was weiterhin Druck auf Regierungen und Volkswirtschaften ausübt.
